Geschichte des Terrors – ein kurzer Überblick für den Blog
Terrorismus ist weder ein neues noch ein einheitliches Phänomen. Historisch betrachtet verbindet sich darunter die gezielte Anwendung von Gewalt, meist gegen Zivilpersonen oder symbolische Ziele, um politische Angst zu erzeugen und politische Ziele zu erzwingen.
Wichtige Stationen:
- Frühe Formen: Politische Gewalt gab es bereits in der Antike, doch den Begriff „Terror“ prägte die Französische Revolution (1793–94) mit dem „Terror“ der Jakobiner – staatlich organisierte, politique Gewalt zur Unterdrückung von Gegnern.
- Jahrhundert: Aufkommen politischer Attentate und anarchistischer Gewalt (z. B. Attentate auf Monarchen), oft als Reaktion auf Repression und soziale Ungleichheit.
- Frühes 20. Jahrhundert bis 1945: Revolutionäre und nationalistische Gewalt, aber auch staatlicher Terror in totalitären Regimen (Stalinismus, Nationalsozialismus) mit Massenverbrechen und systematischer Unterdrückung.
- Nachkriegszeit und 1960er/70er Jahre: De-Kolonialisierung, Befreiungsbewegungen und linksterroristische Gruppen in Westeuropa (z. B. RAF, Rote Brigaden) sowie nationalistische Gruppen (ETA, IRA).
- Spätes 20. / frühes 21. Jahrhundert: Transnationale Netzwerke und religiös motivierter Terror (z. B. Al-Qaida, IS) sowie „lone-wolf“-Attentäter. Technologische Veränderungen (Internet, soziale Medien, einfache Waffenbeschaffung) veränderten Methoden und Reichweite.
Charakteristika und Dynamiken:
- Ziele: politischer Druck, Symbolwirkung, Rekrutierung, Öffentlichkeit erzeugen.
- Mittel: Anschläge, Entführungen, Bomben, Cyberangriffe, Propaganda.
- Täter: von organisierten Gruppen bis zu Einzeltätern; Motive ideologisch, nationalistisch, religiös oder persönlich.
- Staatlicher Terror: oft übersehen, aber historisch zentral — Repression, Folter, Massenverhaftungen können selbst terrorisierende Funktion haben.
Lehren und Umgang:
- Prävention braucht Kombination aus Sicherheitsmaßnahmen, sozialer Integration, Bildung und präziser, rechtsstaatlicher Strafverfolgung.
- Historische Einordnung hilft, Ursachen (Soziale Ungleichheit, politische Repression, radikale Ideologien) zu verstehen und Polarisierung zu vermeiden.
- Im Unterricht: Quellenkritik, Perspektivenvergleich, Einordnung von Täter- und Opfernarritiven, Diskussion über Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte.
Kurz gesagt: Terror ist historisch wandelbar, entsteht aus konkreten politischen und sozialen Kontexten und verlangt differenzierte Gegenstrategien, die über rein polizeiliche Antworten hinausgehen.